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    Aufführung des Vivid Figurentheaters am 26.09., 16 Uhr Die Geschichte von der schlafenden Schönheit wird seit hunderten von Jahren erzählt. Deshalb hat die Märchenforscherin Nelly Rose Maler für Euch eine …

    26. September um 16:00 - 17:00

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Aktuelle Nachrichten

Jetzt wird es experimentell: Straßentheater mit Continuo

Der Kopf ist 50 Jahre alt, 7,1 Meter hoch und rund 40 Tonnen schwer. Er wurde in Leningrad geboren und in einem Land aufgestellt, das es nicht mehr gibt. Manchmal trägt er einen Hut, immer einen forschen Blick und ganz selten ein Lächeln. Wladimir Kaminer will eins gesehen haben, damals auf seiner Deutschlandreise:

„Es war ein sehr großer Kopf, viel größer als unsere in der Sowjetunion, und er kuckte auch anders. […] Der Chemnitzer Kopf sah mit seinem üppigen Backenbart viel harmloser aus. Wie ein riesiger Gartenzwerg ragte er aus der Erde. Links und rechts von ihm leuchteten die Werbewände von McDonalds und einem Matratzenparadies. Sie warfen Lichtschatten auf sein Gesicht, und manchmal konnte man so etwas wie ein müdes Lächeln erkennen.“

(Wladimir Kaminer. Mein deutsches Dschungelbuch, 2003)

Da er die Stadt ab und zu für Lesungen besucht, scheinen ihm die Chemnitzer*innen den Gartenzwerg nicht übel genommen zu haben. Denn Chemnitz ohne den Kopf können sie sich nicht vorstellen. Sie nennen ihn Nischel, sie wissen alles über ihn. Alles?

„Karl, where’s the body?“

Tja, wo ist der Körper von Marx? Und wie geht es ihm? War er lange isoliert, wie wir? Braucht er jetzt menschliche Nähe, Wärme, eine Umarmung? Und warum ist das wichtig?

Es wird wichtig, wenn wir an Chemnitz denken. Eine Stadt braucht mehr als einen Kopf. Auch im Hinblick auf 2025: Der Kopf allein ist kein guter Gastgeber. Diese Lücke füllen, dem Körper und seinen Bedürfnissen Raum geben: Das steht hinter dem Projekt „Karl, where’s the body?“

Galerie: Erfahrungen mit Straßentheater haben wir in den letzten Jahren mit „tadaa!“ und „Cultur entfalten“ reichlich sammeln dürfen.

Wir haben das Theater Continuo aus Tschechien eingeladen, um mit uns zu proben, zu experimentieren und zu diesem Thema zu performen. Vom 6. bis 11. September werden sie in Chemnitz zu Gast sein. An vier Orten werden wir auftreten – und keine Performance wird gleich sein. Denn da kommen die Chemnitzer*innen ins Spiel. Sie alle haben ihre Gedanken zur Stadt, ihre Themenpäckchen. Die dürfen sie uns übergeben und wir bauen sie in unser Spiel ein. Sie versetzen unsere Körper in Bewegung.

Move your body

Alles, was ihr an den Nachmittagen erleben könnt, ist noch in Bewegung. Es muss erst noch im Zusammenspiel der Künstler*innen entstehen. Alles, was ihr tun müsst, ist euch hinzubewegen:

Der Eintritt ist frei. Das Projekt wird gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Wir danken für die Unterstützung. #takepart

Bodys moving

Für den Taupunkt e.V. seht ihr folgende Künstler*innen aus Chemnitz und Umgebung in Bewegung: Heda Bayer, Frieda Friedemann, Alexej und Aleš Vancl, Teresa Stelzer und Paul Buk

Das aktuelle Ensemble von Continuo umfasst: Direktor Pavel Štourač (CZ) und Bühnenbildnerin Helena Štouračová (CZ) sowie Kateřina Šobáňová (CZ), Sara Bocchini (IT), Natália Vaňová (SK), Felix Baumann (DE), Nicole Nigro (CAN) und Sean Henderson (USA)

Heda Bayer leitet das Projekt, Pavel Štourač führt Regie.

Pavel Štourač bei einem Workshop mit Künstler*innen

Das „Divadlo Continuo“ ist eine freie Theatergruppe, die in Malovice in Südböhmen auf einem ehemaligen Bauernhof lebt und arbeitet. Es ist nicht leicht, ihnen ein Genre zuzuordnen, und das wollen sie auch nicht. Ihr Fokus liegt auf dem Experimentieren, dem Ausbauen der eigenen Fähigkeiten, dem gemeinsamen Lernen und einem Quentchen Überraschung.

Ihre Eigenproduktionen vereinen daher oft Elemente aus Puppenspiel, Akrobatik, Tanz und Poesie. Wer sich davon ein Bild machen will, ist zum Gastspiel am 9.9. ins Komplex eingeladen. Ab 19.30 Uhr zeigt Continuo ihr aktuelles Stück „Hic sunt Dracones“ (Hier sind Drachen): eine phantasievolle Reise in das Seelenleben eines Schlafenden.